Von der Medizin

Wenn es sich um kleinere Blessuren handelt, Schürfwunden, kleine Schnitte und Stiche oder gerade, eifnache Knochenbrüche, geht eigentlich nichts über das Wissen der Großmütter. Auch gegen Erkältungen und Bauchgrimmen findet sich in Großmutters Kräterbeet sicher ein Pflänzchen.
Die Aufgabe des Heilens ernsthafter Beschwerde wird aber traditionell von Hebammen übernommen, die sich auf die lindernde Wirkung verschiedenster Kräuter verstehen. Nach der Auffassung der Priester stehen sie damit außerhalb der normalen Gesellschaft, greifen sie doch in den von Zeus vorgesehenen Ablauf ein. Seltsamerweise wird eine Hebamme nur selten krank, also scheint Zeus ihnen nicht wirklich zu zürnen. Dennoch sind sie seit alter her aus dem Gemeindeleben ausgeschlossen und können sich nur als wandernde Hebammen betätigen. Länger als einen Monat werden sie offiziell in den Dörfern und Städten nicht geduldet. Es hat sich jedoch eingebürgert, mit der Ausweisung einer Hebamme zu warten, bis eine andere nicht mehr als zwei Tagesreisen entfernt ist.
Lediglich am Festtag der Hestia, dem ersten Tag des Jahres, sollte eine Hebamme sich in keiner Stadt blicken lassen. Allzu oft haben übereifrige Gemeindemitglieder sie auf Scheiterhaufen verbrannt. Es heisst, die Hebammen träfen sich an diesem Tag an einem geheimen Ort, um unheilige Riten zu vollziehen und nackt im Licht des Mondes zu tanzen.
Hebammen verstehen sich neben der Geburtshilfe und Kräuterheilkunde auch auf die Wundheilung, auf die Zubereitung von Zaubertränken und Giften, sowie auf die Verhütung. Kräuter, Wundheilung und Gifte funktionieren meistens, die Wirkung von Zaubertränken lässt sich nur in den seltensten Fällen nachweisen, und mit der Verhütung ist das so eine Sache. Zumindest aber haben sie meist einige Schweineblasen auf Lager und zudem gute Ratschläge für die Frauen, wann ihre fruchtbaren und wann ihre weniger fruchtbaren Tage sind.
Das effiektivste Mittel der Empfängnisverhütung ist jedoch die Sterilisation des Mannes. Auch darauf verstehen sich die Hebammen hervorragend, auch wenn die Methode noch etwas drastischer ist, als sie in heutiger Zeit bei uns vorgenommen wird. Dem Mann werden beide Hoden komplett entfernt, wozu der Hodensack nur wenig geöffent werden muss. Die zurückbleibende Narbe verheilt meist recht schnell. Sie machen das auch bei Pferden und anderen Nutztieren - allerdings wenden sie dabei die noch weniger diskrete Methode an, dem Tier einfach den Hodensack komplett zu amputieren.