Hebammen sind ein verachtetes und zugleich verehrtes Element
der Gesellschaft. Sie ziehen wandernd von Dorf zu Dorf und bieten
dort ihre Dienste an, meist in einem groben Zelt auf dem Markt.
Während sie als Geburtshelferinnen im Hause werdender Mütter
gern gesehen sind, stehen ihre Zelte auf den Märkten meist
im beachtlichen Abstand zu den übrigen Ständen. So mancher
schleicht sich nach Einbruch der Dunkelheit in das erleuchtete
Zelt oder am Tage durch den hinteren Eingang in dem Glauben, dann
nicht gesehen zu werden. Meistens verraten sich die Patienten
dann aber durch ihre Schreie während der Behandlung. Kleine
Schnitte, einfache Brüche, Erkältungen und ähnlich
Zipperlein kuriert meist die Großmutter der Familie mit
einfachen aber wirksamen Mitteln. Geht es jedoch um größere
Verletzungen, schiefe Brüche, entzündete Zähne
und ähnliches, wird die Hebamme zu Rate gezogen. Außerdem
verkaufen Hebammen auch verschiedene Tränke und Tinkturen,
teils wirksame, teils unwirksame.
Da Hebammen in allen Fällen weiblich sind, fällt es ihnen mitunter schwer, selber für Nachwuchs zu sorgen. Also nehmen sie sich sehr liebevoll Findelkindern an, die sie bei befreundeten Familien unterbringen, bis die Lehrzeit beginnt. Danach ziehen die Mädchen mit der Hebamme durch die Lande und lernen dabei die Heilkunst.
Allgemein ist ansonsten wenig bis gar nichts vom Leben der Hebammen bekannt. Wohin zum Beispiel verkriechen sie sich alle in der Neujahrsnacht? Gibt es eine Organisation, so etwas wie einen "Rat der Heberinnen"? Wo bleiben die alten Heberinnen, die zu alt zum Wandern sind? Viele Gerüchte über dererlei Fragen kursieren, aber keines hat sich bisher wirklich beweisen oder widerlegen lassen.
(Die Heberinnen selbst wissen natürlich um Wahrheit und Lüge, was diese Fragen angeht und noch einiges mehr, was kein Normalbürger je zu fragen wagen würde.)