Die Familie bildet das Herz der Gesellschaft von Tharnak. Es
ist üblich, dass drei oder mehr Generationen unter einem
Dach leben und gemeinsam in einem Familienbetrieb arbeiten. Mägde,
Knechte, Angestellte und Arbeiter, die nicht der eigenen Familie
angehören sind die absolute Ausnahme. Nur wenn ein Kind einen
anderen Beruf erlernen soll als den der Eltern, wird es zu einer
anderen Familie gegeben. Allerdings erfährt es dort meist
die gleiche Behandlung wie eigene Kinder und erhält neben
der Ausbildung auch keinen Verdienst, sondern nur Kost und Logis.
Die zweite Säule der Gesellschaft ist die Gemeinde. Jedes
Kind wird in eine Familie und eine Gemeinde hinein geboren, die
es in der Regel nicht mehr verlässt. Geheiratet wird innerhalb
der Gemeinde und wer einen neuen Betrieb gründet, tut dies
ebenfalls am gleichen Ort. Das zunehmende Bevölkerungswachstum
der letzten Jahrhunderte hat jedoch dazu geführt, dass die
Grenze immer verwaschener wird. Dörfer wachsen zusammen und
oft genug müssen junge Menschen die heimatliche Gemeinde
verlassen, da das Dorf zum Beispiel einen dritten Näher nun
wirklich nicht gebrauchen kann. Die damit einhergehende Entwurzelung
führt in jüngster Zeit auch gelegentlich zu Spannungen.
Tharnak ist von einer sehr starken sozialen Kontrolle geprägt.
Die enge Bindung zu Familie und Gemeinde macht es einem Menschen
beinahe unmöglich, ein Geheimnis lange für sich zu behalten.
Viel mehr als der Königsrat wird daher das Familienoberhaupt
und der Gemeinderat geachtet aber auch gefürchtet, zumindest in den kleineren, dörflichen Gemeinden. In größeren Städten sinkt der Einfluss des Gemeinwesens zugunsten einer stärker auf Rechtsordnungen bauenden Gesellschaft.